Berufsbilder

Bis aus einer Idee tatsächlich eine Theater- oder Opernaufführung, ein Film oder ein Unterhaltungsevent auf Schiffen, in Vergnügungsparks oder auf Festivals wird, sind unzählige Köpfe und Hände miteinander aktiv. Ein Räderwerk der diversen Künste und Gewerke greift ineinander. Allein für die Kostüme der Darsteller arbeiten dreizehn verschiedene Berufe.

Wir stellen sie hier in alphabetischer Ordnung vor.

Weibliche Vertreterinnen bilden in den Kostümberufen mit Ausnahme des Rüstmeisters die weit überwiegende Mehrheit. Zugunsten des Leseflusses wenden wir deshalb in der Regel das realitätsgerechte generische Femininum an und wollen damit ausdrücklich auch Männer und alle weiteren Genderidentitäten angesprochen wissen.

Farben spielen eine ausschlaggebende Rolle für die Atmosphäre auf der Bühne und für den Charakter der dort agierenden Protagonisten. Ihre tatsächliche Wirkung hängt von der konkreten Beleuchtung der Akte bzw. Szenen ab.

Die Kostümmalerin geht mit sehr unterschiedlichen, zum Teil sehr empfindlichen und kostbaren Stoffen um, wovon sich die wenigsten mehrmals Färben und wieder Entfärben lassen. Sie wendet eine Vielzahl von Techniken an. Das reicht vom Durchfärben von Stoffen in einem Ton über das Anfertigen von Druckschablonen und der Anwendung von Air-Brush bis zum freihändigen Bemalen nach Vorlage. Zu den Arbeiten gehören auch das kunstvolle Verdrecken und künstliche Altern von Kostümen, Accessoires und Kopfbedeckungen sowie von Schuhen und Stiefeln.

Die Kostümmalerin findet sich ebenso wie die Kunstgewerblerin hauptsächlich in großen Häusern, oft in einer Abteilung zusammengefasst. An kleineren Häusern übernehmen häufig Kostümassistentinnen, Hospitantinnen oder Kostümbildnerinnen diese Arbeit.

Voraussetzungen

Bis vor einiger Zeit vermittelte man in der Ausbildung zum Textilreinigungsfacharbeiter bzw. Textilreiniger auch das Färben von Stoffen. Das ist jetzt nicht mehr der Fall. Einsteigerinnen in diesen Beruf haben häufig ein Kunststudium, darunter im Bereich Grafik oder Design, absolviert. Auch Berufe aus dem handwerklichen Bereich sind nicht selten eine Grundlage.

Kostümmalerinnen brauchen ein überdurchschnittliches Talent zum Malen und Zeichnen. Sie sollten gutes bildnerisches Verständnis besitzen, dazu Geduld und die Fähigkeit zu präzisem, detailgenauen Arbeiten.

Ausbildung

Das Kostümfärben ist ein Quereinsteigerberuf. Es gibt keine gesonderte Ausbildung.

In Theatern sammeln sich über die Jahre zahllose Kostüme und Accessoires wie Schuhe, Hüte, Handschuhe, Schals und Ähnliches an. Auf den Kleiderstangen größerer Häuser kommen leicht mehrere Tausend laufende Meter Kostüme zusammen. Solche Mengen brauchen Ordnung. Die Magazine können ohne Verwaltung – je nach Größe handschriftlich oder digital – nicht existieren.

An kleineren Häusern lassen sich die Kostümmagazine vergleichsweise einfach überschauen. Hier sind meistens die Gewandmeisterinnen mit ihrer Pflege betraut. Ab einer mittleren Theatergröße übernehmen das eine Fundus- bzw. Kostümmagazinverwalterin, an größeren Häusern sogar mehrere.

Um leichten Zugriff auf die Kostüme zu gewährleisten, sorgen sie für die Sortierung nach Damen-, und Herrenkleidung, Epoche, Material, Farbe, bis hin zu Größen. An Häusern mit Ballett kommt es vor, dass allein für die Pflege des Bestands an Spitzenschuhen eigene Budgets eingerichtet werden.

Neue Produktionen greifen sehr oft auf Funduskostüme zurück. Während der Produktionsvorbereitung ist die Fundusverwalterin eine wichtige Partnerin der Kostümbildnerin. Sie kennt den Bestand so genau, dass sie meist auf Anhieb weiß, ob das Gewünschte vorhanden ist.

Darüber hinaus verantwortet sie auch den Verleih von Kostümen an andere Theater, soziale Einrichtungen und gelegentlich an Privatpersonen, ebenso die Kostümverkäufe, die einige Theater unter anderem zur Karnevalszeit durchführen.

Voraussetzungen

Der Beruf der Fundusverwalterin ist ein Quereinsteigerberuf. Eine textile Ausbildung stellt einen fachlichen Vorteil dar. Vom Knopfannähen über handwerkliches Geschick bis zu großem Wissen über die Kostüm- und Kunstgeschichte oder Kleiderschädlinge werden Allround-Kompetenzen gebraucht.

Zu den benötigten persönlichen Eigenschaften zählen Organisationstalent, ein starker Ordnungswille, die Liebe zum Kostüm und Theaterbegeisterung. Über die Fähigkeit zur Fundusverwaltung entscheidet nicht zuletzt auch eine gute körperliche Konstitution. Oft müssen schwere Kostüme in die Rollständer eingehangen und diese dann transportiert werden.

Der Beruf der Fundusverwalterin ist also komplex und sehr anspruchsvoll. Das wird oft verkannt.

Ausbildung

siehe Voraussetzungen

Künstler brauchen ihre Konzentration für ihre Auftritte. Garderobieren sorgen dafür, dass sie die Bühne ordnungsgemäß kostümiert betreten. Sie haben oft mehrere Darsteller während einer Vorstellung gleichzeitig zu betreuen.

Vor und nach den Auftritten überprüfen sie den einwandfreien Zustand der Kostüme. Kleinere Schäden bessern sie meist selbst aus und achten darauf, dass größere Reparaturen rechtzeitig durch Werkstätten erledigt werden.

Passieren während der Vorstellungen sichtbare Malheurs wie gerissene Nähte, geplatzte Reißverschlüsse und Ähnliches, ist Improvisation gefragt. Das gilt auch, wenn bei Gastspielen und Tourneen weder Werkstatt noch Schuhmacher zur Verfügung stehen. In manchen Theatern werden die Berufe Garderobiere und Schneiderin in Personalunion ausgeübt.

Neben Umsicht und handwerklichem Geschick erfordert das professionelle Ankleiden präzise Arbeitsabläufe und eine effiziente Mikrologistik. Künstler tragen oft in einer Aufführung mehrere Kostüme und müssen in Sekundenschnelle umgezogen werden. Nicht zuletzt die Reihenfolge der Handgriffe und sinnvolle Ablageorte der Utensilien entscheiden, ob das reibungslos gelingt. Bei Tourneen und Gastspielen hängt viel davon ab, ob die mitgeführten Transporter vollständig und übersichtlich beladen sind.

Im sehr bühnennahen Arbeitsleben der Garderobiere herrscht viel Abwechslung. Mit den Künstlern verbindet sie über die Jahre hin oft ein enges, fast freundschaftliches Band.

Voraussetzungen

Neben handwerklichen Fertigkeiten müssen Garderobieren spezifische persönliche Qualitäten mitbringen. Dazu zählt die Begabung, schnell, bedacht und umsichtig zu handeln. Sie brauchen ein hohes Maß an Diskretion, Gelassenheit und Einfühlungsvermögen für die Künstler. Diese stehen vor den Auftritten oft nervös und nackt bis auf die Haut vor ihnen. Vor verschwitzten Kostümen ekeln sollten sich Garderobieren besser nicht und es auch nicht als Zumutung empfinden, einem Sänger während kurzer Pausen auf der Seitenbühne eine Wasserflasche und ein Handtuch zu reichen.

Ausbildung

Einen speziellen Ausbildungsweg gibt es nicht. Die Ausbildung zur Damen- oder Herren-Maßschneiderin oder in einem anderen Zweig der Textilbranche gilt als fachlich beste Voraussetzung für den Beruf der Garderobiere.

Letzthin werden aber immer weniger Maßschneiderinnen ausgebildet. Das wirkt sich auf den Einstieg in den Beruf der Garderobiere aus. Bei gutem handwerklichen Geschick und allgemeiner Eignung finden auch berufsfremde Interessenten Anstellungen als Garderobieren. In der Regel kann eine fachfremde Mitarbeiterin nach 4,5 Jahren eine Kammerprüpfung ablegen. Die Vergütung entspricht dann der von Kolleginnen aus Schneiderberufen.
(siehe hierzu: https://www.weiterbildung-ratgeber.de/bildungsabschluss-ohne-ausbildung/)

Kostümbildnerinnen liefern Entwürfe. Gewandmeisterinnen sorgen in Kostümateliers der Theater und Fernsehanstalten sowie in einschlägigen Spezialfirmen dafür, dass daraus tatsächlich Kostüme entstehen. Das ist eine hochkomplexe Aufgabe, die weit über reines Handwerk und die Konstruktion von Schnitten hinaus geht.

Sie beginnt mit der qualifizierten Interpretation der skizzierten Entwürfe – im Kontext der szenischen Figur des Stückes, der Absichten des Regisseurs und nicht zuletzt des Darstellers, für den das Kostüm schließlich gefertigt wird. Dabei spielen künstlerische Formensprache und fachmännisches Handwerk eine wichtige Rolle, Termintreue und Wirtschaftlichkeit nicht minder.

Die Kostümausstattung eines Stückes erfolgt als eine von mehreren Bestandteilen des künstlerischen Produktionsprozesses. Sie muss sich in Abstimmung mit zum Beispiel dem Probengeschehen und Kulissenbau innerhalb eines festgelegten zeitlichen Rahmens und innerhalb des veranschlagten Etats bewegen.

Gewandmeisterinnen leiten die Herren- oder Damenschneiderei. Sie koordinieren die Zusammenarbeit zwischen Kostümbildnerinnen und ihrer Werkstatt.

Sind die entsprechende Qualifikation, Eignung und Interesse vorhanden, übernimmt eine Gewandmeisterin mitunter auch die Leitung einer ganzen Kostümabteilung. Diese umfasst in großen Häusern ein breites Spektrum: Schuhmacherei, Modisterei (Hutmacherei), Kostümfärberei/-malerei, Rüstmeisterei, Kunstgewerbe bis hin zur Fundusverwaltung und zum Garderobenbereich. Die Gewandmeisterin sollte also auch Fähigkeiten hinsichtlich der Personalführung besitzen.

Voraussetzungen

Kostüme besitzen innerhalb von darstellerischen Gesamtkunstwerken eigene Aussagekraft. Deshalb müssen Gewandmeisterinnen in mehrerlei Hinsicht sowohl handwerklich als auch künstlerisch urteilsfähig sein. Das beginnt bei der Meisterschaft im Blick auf historische und modernste handwerkliche Techniken, auf adäquate Schnittkonstruktionen und Materialauswahl, reicht über das Gespür für stimmige Details unterschiedlicher Epochen bis zum Instinkt für den richtigen Beitrag des Kostüms zur dramaturgischen Botschaft. Ein Mindestmaß an kunstgeschichtlichem Wissen und aktives Interesse dafür sind unerlässlich.

Neben den handwerklich und inhaltlich-künstlerisch hohen Anforderungen an Gewandmeisterinnen spielt auch die Fähigkeit zur Organisation, Koordinierung und Personalführung in komplexen künstlerischen Produktionsprozessen eine wichtige Rolle.

Um zur Ausbildung zugelassen zu werden, brauchen Interessentinnen das Zeugnis der Mittleren Reife bzw. eines gleichwertigen oder höheren Abschlusses, zusätzlich den Gesellenbrief als Damen- oder Herrenmaßschneiderin oder den Facharbeiterbrief der Bekleidungsindustrie. Die Ausbildung zum Industrienäher oder -schneider dauert 2-3 Jahre, die zum Damen- oder Herrenmaßschneider drei Jahre. Außerdem haben sie Berufserfahrung als Gesellin oder Theaterschneiderin nachzuweisen.

Ausbildung

In Deutschland gibt es derzeit zwei Ausbildungsstätten für diesen Beruf: die Gsechs (vormals bekannt unter: Anna-Siemsen-Schule) in Hamburg und die Hochschule für Bildende Künste in Dresden. Die Ausbildungsdauer beträgt in Hamburg zwei, in Dresden vier Jahre. Auskünfte über die jeweiligen Zulassungsvoraussetzungen, angebotenen Unterrichtsfächer sowie über Fördermöglichkeiten sind dort zu erfragen.

Hochschule für Bildende Künste Dresden
Theaterdesign/Studienrichtung Kostümdesign
Güntzstraße 34
01307 Dresden
www.hfbk-dresden.de

Gsechs
Berufliche Schule Holz.Farbe.Textil (BS25)
Richardstraße 1
22081 Hamburg
https://www.bs-holzfarbetextil.de/

Die Kostümassistentin unterstützt die Kostümbildnerin bei der praktischen Arbeit, die während der Proben und Kostümproduktion geleistet wird. Daraus ergibt sich ein vielgliedriges und abwechslungsreiches Aufgabenfeld:

Vor den ersten Proben, wenn sich die Produktion der eigentlichen Kostüme noch im Anfangsstadium befindet, stellen die Kostümbildnerin und die Kostümassistentin oft Probenkostüme aus dem Fundus zusammen, die den Entwürfen möglichst nahe kommen und während der Proben sorgfältig betreut werden müssen. Das heißt: Die Kostüme und schmutzige Wäsche sind immer wieder zu reinigen, Nähreparaturen und kleine, schnelle Änderungen durchzuführen.

Gleichzeitig gilt es, die in Produktion befindlichen Kostüme während der Proben immer wieder auf Funktionalität und Ausdruck zu überprüfen. Mitunter werden die Kostümentwürfe erst beim Proben entwickelt. Damit die Kostümherstellung unter dieser Bedingung reibungslos funktioniert, muss der jeweilige Entwicklungsstand ständig dokumentiert und an die Werkstätten weiter gegeben werden. Hier bildet die Kostümassistentin eine wichtige Brücke zwischen der Kostümbildnerin und den Werkstätten. Die Kostümassistentin nimmt aber auch an der Stoffauswahl und den Abgaben von Entwürfen teil, erledigt Einkäufe für das Kostüm. Kleinere Theater binden die Kostümassistentin nicht selten in die Fertigung, zum Beispiel in das Färben und Verzieren von Kostümen ein.

Voraussetzungen

Kostümassistenz bereitet im Grunde den Beruf der Kostümbildnerin vor. Anwärterinnen sollten die Grundlagen des Schneiderhandwerks solide beherrschen.

Es empfiehlt sich am ehesten ein Studium im Bereich Bühnenkostüm / Bühnenbild oder Modedesign. Aber auch Quereinsteigerinnen aus anderen Berufen oder Studiengängen können über die Kostümassistenz in den Kostümbildberuf finden, wenn sie sicheres Grundlagenwissen im Bereich Kostüm / Modegeschichte und Kunstgeschichte mitbringen. Allerdings ist das selten ohne Hospitanz möglich. Diese ist in der Regel unentgeltlich zu absolvieren. Nur wenige Theater zahlen dafür eine kleine Aufwandsentschädigung.

Als Persönlichkeitseigenschaften brauchen Kostümassistentinnen Kreativität, Flexibilität und eine reiche Fantasie. Ihre Mittlerfunktion zwischen Probebühne und Kostümabteilung verlangt darüber hinaus einen wachen Blick, gute Auffassungsgabe, Lust an permanenter Kommunikation ebenso wie an kleinteiligen, sehr abwechslungsreichen und immer wieder überraschenden Arbeitsabläufen

(siehe auch Kostümbild)

In der Kostümbearbeitung und im Kunstgewerbe verbinden sich Fantasie, handwerkliche Vielfalt, Ideenreichtum und viel, viel Handarbeit.

Dort werden Kostüme bestickt, mit kleinen Motiven bedruckt und verziert, von naturalistisch bis fantasievoll theatralisch die unterschiedlichsten Schmuckentwürfe realisiert und auf Kostüme und Accessoires appliziert. Unzählige, auch untypische, Materialien finden Verwendung: Federn, Perlen und Steine, Spitzen und gefilzte Wolle, aber auch Joghurtbecher, Plastikfolie oder Drahtreifen. Handwerklich wird man im Kunstgewerbe mit jeder Art von textilen Handarbeiten konfrontiert, so z.B. nähen, stricken, häkeln, filzen, sticken, aber auch mit Randgebieten wie weben, klöppeln, drucken und bemalen. Nicht selten sind das Kunstgewerbe und die Kostümfärberei/-malerei in einer Abteilung zusammengefasst.

Nur die größeren Theater haben spezialisierte Mitarbeiterinnen für den Bereich des Kunstgewerbes. In kleineren Häusern übernehmen Schneiderinnen, Assistentinnen und Hospitantinnen, manchmal auch Kostümbildnerinnen diesen Bereich.

Voraussetzungen

Mitarbeiterinnen im Kunstgewerbe müssen sich mit historischen Kostümen genauso gut auskennen wie im modernen Kostümdesign. Sie sollten also insgesamt ein ausgeprägtes Interesse für Kunst- und Designgeschichte mitbringen. Die wichtigsten Voraussetzungen für diesen Beruf sind der Wille und das Geschick, sich in viele verschiedene Handarbeitstechniken einzuarbeiten. Ein textiler Beruf sollte zuvor erlernt worden sein. Auch artverwandte Berufe, wie z.B. Goldschmied, können die Möglichkeit eröffnen, in diesem Bereich tätig zu werden.

Ausbildung

Eine eigene Ausbildung zum Kunstgewerbler gibt es heute nicht mehr. In Dresden bietet die Hochschule für Bildende Künste den Studiengang Kostümdesign an. Darin werden viele Bereiche, die das Kunstgewerbe betreffen, unterrichtet und vermittelt.

Die Kostümbildnerin entwirft die Kostüme und meist auch das Maskenbild, welche für eine Bühnen-Inszenierung oder Film benötigt werden. Sie stimmt sich dabei mit dem Bühnenbildner/Szenografen, der Regie und Dramaturgie sowie dem Maskenbildner ab und arbeitet eng mit der jeweiligen Kostümwerkstatt und den Gewandmeisterinnen zusammen, denen die praktische Umsetzung obliegt.

In kleineren Häusern ist die fest angestellte Kostümbildnerin häufig auch Leiterin der Kostümabteilung bzw. manchmal in Personalunion als Gewandmeisterin tätig. Sie übt ihren Beruf entweder im Angestelltenverhältnis oder freiberuflich aus. Die freiberufliche Variante überwiegt stark.

Da die freiberuflichen Kostümbildnerinnen oft produktionsbezogen beschäftigt werden, haben viele Theater Kostümbildassistentinnen fest angestellt. Diese vermitteln mit ihren Kenntnissen der internen Gegebenheiten zwischen der freiberuflichen Kostümbildnerin und dem Theater.

Voraussetzungen

Eine Kostümbildnerin braucht mehrere Talente und breites Wissen. Formal festgeschriebene Voraussetzungen für ihren Beruf gibt es nicht.

Sie sollte ausgeprägte Kenntnisse über Kulturgeschichte, Stil- und Materialkunde besitzen, daneben einschlägige handwerkliche Fähigkeiten. Ein Gesellenbrief im Schneiderhandwerk empfiehlt sich, sowie der Abschluss zur Gewandmeisterin oder ein abgeschlossenes Kostümbild-Studium.

Ausgangsbasis kann auch eine Ausbildung zum Mode- oder Kostüm-Designer sein.

Die wichtigste persönliche Voraussetzung für den sehr kreativen Beruf  ist lebhafte, konstruktive Fantasie. Die Kostümbildnerin muss in der Lage sein, aus einem Text und dessen Interpretation durch die Regie Kostüme zu entwerfen, die sich sinnvoll in die Inszenierung samt Bühnen- oder Szenenbild einpassen und ihre zentralen Botschaften mit eigener Ausdruckskraft unterstützen. Es geht dabei um stimmige Farben, Formen und Stoffe ebenso wie um Schnitte, die die vorgesehenen Bewegungen erlauben und dem Körperbau der jeweiligen Darsteller Rechnung tragen. Das verlangt der Kostümbildnerin gleichzeitig sehr abstraktes und sehr konkretes Denken ab, dazu ein Gespür für fantastische Szenerien. Überdies sollte sie in der Lage sein, ihre Ideen rasch und anschaulich zeichnerisch wiederzugeben, damit sich alle am Produktionsprozess Beteiligten ein Bild davon machen können.

Nicht selten findet der Berufseinstieg über Assistenzen im Kostümbild statt.

Ausbildung

In der Regel erfolgt die Ausbildung über ein vier bis fünfjähriges Studium in einer Fachklasse für Bühnen- und Kostümbildnerinnen respektive für Kostüm-Designerinnen. Inhalte sind beispielsweise Kostüm- und Schnittkunde, Dramaturgie und Training der Fähigkeiten zur visuellen Wahrnehmung.

Folgende Hochschulen bieten ein solches Studium an:

UDK Berlin
https://www.udk-berlin.de/startseite/

Weißensee Kunsthochschule Berlin
https://kh-berlin.de/

Hochschule für Bildende Künste Dresden
https://www.hfbk-dresden.de/

Hochschule Hannover
https://f3.hs-hannover.de/studium/bachelor-studiengaenge/szenografie-kostuem-experimentelle-gestaltung-ske

Akademie für Darstellenden Künste Ludwigsburg
https://adk-bw.de/

Staatliche Akademie der Bildenden Künste Stuttgart
https://www.abk-stuttgart.de/

Die Leitung der Kostümabteilung verantwortet die gesamte Erstellung und Organisation der Kostüme, einschließlich der dazugehörigen Accessoires und nicht selten auch der Maskenbilder in einem Theater. Sie teilt die Arbeit ein, koordiniert Abläufe und organisiert die praktische Umsetzung des Kostümbildes. Ihr unterstehen die Kostümassistentinnen, die einzelnen Werkstätten der Kostümabteilung, in größeren Häusern auch die Maskenabteilung, die Garderobenabteilung und der Kostümfundus.

Um die Fertigungsabläufe der einzelnen Produktionen zeitlich gut aufeinander abzustimmen und Engpässe zu vermeiden, arbeitet die Kostümleiterin eng mit dem jeweiligen Intendanten und Disponenten zusammen.

Ihr obliegt auch die langfristige Werkstattplanung – einschließlich der nötigen Preiskalkulation, Aufstellung und Kontrolle des Finanzplans der Abteilung wie auch der einzelnen Budgets der Produktionen. Bei Bedarf bindet sie Fremdwerkstätten in die Arbeit ein.

Große Häuser beschäftigen meist mehrere Assistentinnen, an Mehrspartenhäusern für die einzelnen Sparten, dazu oft auch Produktionsleiterinnen. Letztere sind meist eigenverantwortlich für die Produktionen tätig und gegenüber den Werkstattleitern in künstlerischer Hinsicht weisungsbefugt.

Einige kleinere Häuser haben die Leiterin der Kostümabteilung dem Technischen Direktor unterstellt. Dort statten auch manchmal Kostümdirektorinnen selbst aus, sofern sie über die für das Kostümbild notwendige künstlerische Ausbildung verfügen.

Voraussetzungen

Der gängige Weg zur Kostümdirektorin besteht in der handwerklichen Ausbildung zur Gewand- oder Schneidermeisterin. An kleineren Häusern ist diese Ausbildung nicht selten sogar Bedingung. Hier schneidet die Kostümdirektorin oder Leiterin der Kostümabteilung bei Engpässen oft selbst zu.

Auch ein Studium zur Kostümbildnerin eröffnet die Möglichkeit, die Position einer Kostümdirektorin zu übernehmen. Dieser Werdegang findet sich allerdings eher an großen Häusern. Dort nimmt die Kostümdirektorin eher administrative und künstlerische und weniger produzierende Aufgaben wahr.

Kostümdirektorinnen brauchen Organisationstalent, hohe Belastbarkeit, außerordentliche Begabung zur Menschenführung und große Selbstsicherheit. In Kostümabteilungen herrscht oft Hektik, weil mehrere Produktionen gleichzeitig herzustellen sind.

Der Umgang mit vielen unterschiedlichen Menschen aus diversen künstlerischen und handwerklichen Bereichen gehört zum Alltag. Fremdsprachenkenntnisse sind von Vorteil, besonders an großen Häusern.

Ausbildung

Eine direkte Ausbildung zur Kostümdirektorin gibt es nicht. Zu den üblichen fachlichen Zugängen siehe oben.

Hochschulen und Fachhochschulen siehe auch unter Gewandmeisterei und Kostümbild.

Der Beruf der Modistin oder Hutmacherin wird im Alltag nur noch selten ausgeübt. Seit den 1960er Jahren prägt der Hut kaum noch die Straßenbilder.

Aus dem Theater jedoch sind Kopfbedeckungen nicht wegzudenken. Vom traditionellen Herrenhut und dem Zylinder, über fantasievolle, hauchdünne Damenhutkreationen bis hin zu feinen, handgefertigten Blüten für einen Blumenhaarkranz müssen Modistinnen in der Lage sein, auch die fantastischsten Entwürfe zu realisieren. Die Formenvielfalt ist groß und die der verwendeten Materialien ebenfalls. Traditionell kommen Filz, Stroh und Tuch zum Einsatz. Blüten, Federn, Tüll, Schleier und vieles mehr dienen der Dekoration. Daneben werden auch aus eher untypischen Materialien Hüte kreiert.

Zum Aufgabengebiet der Modistin gehören ebenso die Reparatur, die Pflege und die Aufarbeitung von Hüten und Kopfbedeckungen.

Voraussetzungen

Modistinnen im Theater müssen auf gutes Wissen in Kostüm-, Mode-, und Kunstgeschichte bauen können. Sie brauchen besondere künstlerische Kreativität und ein gutes Auge für Farben und Formen, dazu aktives Interesse an Mode und Modetrends. Außerdem werden ihnen zeichnerisches Können und handwerkliches Geschick abverlangt. Für die Anfertigung von und die Arbeit nach Zeichnungen ist die Modistin auf gutes räumliches Vorstellungsvermögen angewiesen.

Ausbildung

Die Modisterei ist wie die Maßschneiderei und Schuhmacherei ein anerkannter Ausbildungsberuf nach dem Berufsbildungsgesetz. Die Ausbildung dauert drei Jahre und findet nach dem dualen Ausbildungsprinzip statt, d.h. parallel in der Berufsschule und im Ausbildungsbetrieb. Nach der Gesellenprüfung kann der Meisterbrief erworben werden. Es ist inzwischen keine Berufserfahrung mehr für die Zulassung zur Meisterschule notwendig.

Der Beruf des Modisten gehört zu den zulassungsfreien Berufen. Das heißt, ein Meistertitel für die Gründung einer eigenen Werkstatt ist nicht erforderlich.

Mittlerweile können Handwerksmeister in fast allen Bundesländern ein beliebiges Studium aufnehmen, soweit der Zugang nicht aus anderen Gründen (z. B. einen NC) eingeschränkt ist. Seit Anfang 2020 hat der Meister die Bezeichnung Bachelor Professional und ist somit dem Bachelor oder Techniker im deutschen Qualifikationsrahmen (DQR6) gleichgestellt.

Produktionsleiterinnen im Kostümbereich kommen in der Regel an größeren Theatern und bei Festivals oder Festspielen zum Einsatz. Stellvertretend für die Kostümleitung organisieren und koordinieren sie den Ablauf von Neuproduktionen, Wiederaufnahmen aber auch für das laufende Repertoire.

Nicht selten arbeiten Produktionsleiterinnen spartenbezogen, also ausschließlich für eine Sparte. Neben vielen organisatorischen Aufgaben wie Bestellungen, Planung der Kostümanproben, Erstellen von Kostümlisten oder Terminkontrolle verantwortet die Produktionsleiterin meist auch die Einhaltung des vorgegebenen Stücketats. Sie verwaltet also stellvertretend für die Kostümleitung die Geldmittel der Produktion. Einige Tätigkeitsmerkmale der Produktionsleitung sind – bei allerdings weitaus höher angesiedeltem Verantwortlichkeitsgrad – mit der der Kostümbildassistenz vergleichbar.

Stellt die Kostümbildassistenz meistens eine „Etappe“ zum Beruf der Kostümbildnerin dar, kann die Produktionsleitung durchaus ein ganzes Berufsleben lang ausgeübt werden kann. In größeren Häusern ist sie als „rechte Hand“ der Kostümleitung angelegt und wird deshalb in der Regel auch ausreichend vergütet.

Voraussetzungen

Für den Beruf der Produktionsleitung eignen sich viele Berufe als Basis. Ein Kostümbild- oder Modedesignstudium kommt infrage, ebenso eine Maßschneiderausbildung und eine darauffolgende Meister- oder Gewandmeisterausbildung. Auch Quereinstiege aus den Bereichen Theaterwissenschaften, Textilingenieurswesen und ähnlichen sind denkbar.

Neben sehr guten Fachkenntnissen in den Bereichen Kostüm, Mode und Fertigung sollte man über hervorragende Organisationsqualitäten verfügen. Kommunikative Kompetenz stellt eine ebenso wichtige Qualität dar. Es müssen permanent Informationen augenblicklich und zielgenau ausgetauscht werden, damit alle Beteiligten jederzeit auf dem neuesten Stand agieren.

Darüber hinaus erfordert die Produktionsleitung viel Stehvermögen und souveräne Konfliktfähigkeit. Nicht selten gilt es, der Kostümbildnerin die Grenzen der Fertigungskapazitäten oder der Etatmittel oder von beidem zu verdeutlichen.

Produktionsleitung ist zweifellos ein interessantes Tätigkeitsfeld, kommt jedoch in den Kostümabteilungen nur vereinzelt vor.

Ausbildung

Einen spezifischen Ausbildungsweg gibt es nicht. Die möglichen Zugänge ähneln denen der Kostümbildnerin, Kostümleitung und Gewandmeisterin.

Der Rüstmeister stellt metallene Helme, Brünnen, Rüstungen, Waffen oder Masken aller Art in allen möglichen Varianten her. Das Handwerk geht weit über die Ausstattung kämpfender Figuren hinaus.

In den Werkstätten entstehen besonderer Metallschmuck oder Kronen, die haltenden Metallkonstruktionen für Reifröcke und Krinolinen oder die feinen Trägergestelle für Kopfbedeckungen vom einfachen Kränzchen über das Diadem bis zum großen Revue-Aufputz. Viele Kostüme, in denen man kein Metall vermutet, wären ohne Metallgrundgerüst nicht denkbar. Hinzu kommt häufig die so genannte Pyrotechnik, also alles, was auf der Bühne knallt, raucht, brennt oder blitzt.

An kleineren Häusern übernehmen meist der Requisiteur oder der Bühnentechniker die speziellen Aufgaben der Rüstmeisterei.

Voraussetzungen

In der Praxis hat sich die Kombination von erlerntem Metallberuf und hohem Interesse für Waffen- und Rüstungskunde sowie für Kunst- und Kostümgeschichte als tragfähige Grundlage zur Rüstmeisterei erwiesen. Ebenso gilt der Beruf des Requisiteurs als Grundlage.

Der Rüstmeister arbeitet mit Pyrotechnik, Chemikalien und Platzmunition. Von ihr kann die Sicherheit vieler Menschen abhängen. Zuverlässigkeit und Ernsthaftigkeit bei der Ausübung dieses Berufs sind unerlässlich.

Ausbildung

Für den Beruf des Rüstmeisters gibt es keine spezielle Ausbildung. Große Parallelen bestehen zum Beruf des Waffen- oder Büchsenmachens, der auch bis heute noch ausgebildet wird. An Theatern trifft man ihn allerdings selten an.

Zu den üblichen Berufen im metallverarbeitenden Handwerk zählen unter anderem Schmied, Klempner oder Werkzeugmacher.

Der Requisiteur ist ein Weiterbildungsberuf mit Prüfung bei der IHK (Abschluss „geprüfter Requisiteur“)

Die Maßschneiderin für die Fachrichtung Herren oder Damen fertigt unter Anleitung der Gewandmeisterin die Kostüme entsprechend der Entwürfe der Kostümbildnerin an. Das Spektrum reicht von zeithistorischer Bekleidung, Unterkleidung, Corsagen und Ballettkleidung, bis zu Fantasie- und Tierkostümen verschiedenster Stilrichtungen.

Wenn die Schneiderin im Abenddienst eingesetzt wird, hilft sie beim An- und Umkleiden der Darsteller. Dabei führt sie auch kleinere Reparaturen und Änderungen durch. Ebenso obliegt ihr im Abenddienst die Verwaltung und die Instandhaltung der Repertoirekostüme.
(vgl. Garderobe)

Voraussetzungen

Theater- oder Filmproduktionen stellen besondere Anforderungen an Maßschneiderinnen für Herren oder Damen. Neben großem handwerklichem Geschick sind Geduld und ausgeprägte Lernbereitschaft gefragt. Maßschneiderinnen müssen sich immer wieder neu und gern auf ungewöhnliche Entwürfe und unbekannte Materialkombinationen einstellen.

Ausbildung

Um in einem Kostümatelier tätig zu werden, benötigt man in der Regel eine Ausbildung zur Maßschneiderin der Fachrichtung Herren oder Damen.

Sowohl die Theater als auch das Handwerk bieten Ausbildungsplätze in begrenztem Umfang an. Über die Namen der ausbildenden Betriebe und Theater gibt zum Beispiel die zuständige Schneiderinnung der Handwerkskammer Auskunft.

Die Maßschneiderei ist wie die Modisterei und das Schuhmacherhandwerk ein anerkannter Ausbildungsberuf nach dem Berufsbildungsgesetz. Die Ausbildung dauert drei Jahre und findet nach dem dualen Ausbildungsprinzip statt, d.h. parallel in der Berufsschule und im Ausbildungsbetrieb.

Nach der Gesellenprüfung kann der Meisterbrief erworben werden. Es ist inzwischen keine Berufserfahrung mehr für die Zulassung zur Meisterschule notwendig. Dieser Beruf gehört zu den zulassungsfreien Berufen. Das heißt, ein Meistertitel für die Gründung einer eigenen Werkstatt ist nicht erforderlich.

Mittlerweile können Handwerksmeister in fast allen Bundesländern ein beliebiges Studium aufnehmen, soweit der Zugang nicht aus anderen Gründen (z. B. einen NC) eingeschränkt ist. Seit Anfang 2020 hat der Meister die Bezeichnung Bachelor Professional und ist somit dem Bachelor oder Techniker im deutschen Qualifikationsrahmen (DQR6) gleichgestellt.

Die Schuhmacherei am Theater arbeitet für Oper, Schauspiel und Ballett. Es fallen alle denkbaren Arbeiten im Bereich Schuh- und Lederreparatur an. Auch Maßanfertigungen gehören mitunter dazu.

Gute und passgenaue Schuhe sind ein Muss für das Spielen, Singen und Tanzen.

Viele große Theater beschäftigen deshalb noch Schuhmacherinnen, allerdings in abnehmender Zahl. Am Theater kommen alle Arten von historischen und modernen Schuhen zum Einsatz: besonders hohe Schuhe (Koturne), Schuhe, die eine Behinderung (Klumpfuß) vortäuschen, Reitstiefel, Damenschuhe in Herrengrößen, feine Pumps, Knöpfstiefel und viele mehr, dazu gelegentlich Gürtel und Taschen.

Die Neuanfertigung von Ballettstiefeln, die besonders für das klassische Ballett benötigt werden, bildet ein eigenes Tätigkeitsfeld.

Stehen Umbesetzungen an, müssen Schuhe neu angefertigt oder verändert werden, dies dann binnen kürzester Frist.

Oft gehört zum Arbeitsfeld des Schuhmachers auch die Pflege des Schuhfundus und am Abend das Bereitstellen der Schuhe in den Garderoben.

Voraussetzungen

Eine Schuhmacherin am Theater sollte einen einschlägigen Gesellenbrief, gern auch für das Orthopädieschuhhandwerk besitzen. Sie braucht handwerkliches Geschick, Interesse an Kostüm- und Kunstgeschichte, dazu Material- und Anatomiekenntnisse. Von ihr wird erwartet, dass sie ihr Fachwissen flexibel auf die spezifischen Anforderungen von teilweise außergewöhnlicher Belastung anwendet. Die spieltaugliche Ausführung von Entwürfen liegt in der Verantwortung der Werkstatt und kann durchaus aus dem im Handwerk sonst gewohnten Rahmen fallen.

Die Schuhmacherei findet im Kontext des gesamten Proben- und Produktionsgeschehens statt. Teamgeist und die Bereitschaft zu schnellen praktischen Lösungen in unvorhergesehenen Situationen sind wichtige Voraussetzungen für ihr Gelingen.

Ausbildung

Die Maß-, Reparatur- und orthopädische Schuhmacherei sind anerkannte Ausbildungsberufe nach dem Berufsbildungsgesetz. Die Ausbildung dauert in der Regel drei Jahre und findet nach dem dualen Ausbildungsprinzip statt, d.h. parallel in der Berufsschule und in der betrieblichen Praxis.

Nötige Fertigkeiten wie alte handwerkliche Techniken oder der Umgang mit besonders modernen und belastbaren Materialien sind berufspraktisch zu erwerben.

Nach der Gesellenprüfung kann der Meisterbrief erworben werden. Es ist inzwischen keine Berufserfahrung mehr für die Zulassung zur Meisterschule notwendig. Der Beruf des Schuhmachers gehört zu den zulassungsfreien Berufen. Das heißt, ein Meistertitel für die Gründung einer eigenen Werkstatt ist nicht erforderlich.

Mittlerweile können Handwerksmeister in fast allen Bundesländern ein beliebiges Studium aufnehmen, soweit der Zugang nicht aus anderen Gründen (z. B. einen NC) eingeschränkt ist. Seit Anfang 2020 hat der Meister die Bezeichnung Bachelor Professional und ist somit dem Bachelor oder Techniker im deutschen Qualifikationsrahmen (DQR6) gleichgestellt.